Wie die Berliner tageszeitung in ihrer Ausgabe vom  16. September 2014 berichtet, sind Wissenschaftler zum Schluss gekommen, dass in den nächsten 20 Jahren keine zusätzlichen Stromspeicher nötig sind. Vielmehr könnte die Energiewende kostengünstiger mit flexibleren Kraftwerken vorangetrieben werden.

In der energiepolitischen Diskussion wird eines häufig vorgebracht: Neben einem Ausbau der Netze bedarf es zur Durchsetzung der Energiewende vor allem viel mehr Speicher. Diese seien notwendig, um Schwankungen in der Energieproduktion auszugleichen und mit dem Verbrauch abzustimmen. Damit begründet etwa auch Bundeswirtschaftsminister Gabriel das Abbremsen der Energiewende: „Es fehlt an Netzen und Speichern.“

In puncto Speicher sind führende Wissenschaftler nun zu anderen Schlüssen gekommen, so die TAZ: Vier Speicherexperten unterschiedlicher Universitäten kommen in einer Studie für den Thinktank Agora Energiewende zum folgenden Ergebnis: Die Energiewende muss nicht auf neue Speicher warten – in den kommenden 20 Jahren sind sogar keine weiteren Speicher nötig. Das Versorgungsziel könne preiswerter und sicherer mit flexibleren Kraftwerken sichergestellt werden, so die Experten. Gaskraftwerke etwa können schon jetzt kurzfristig auf eine schwankende Stromnachfrage reagieren. Kohlekraftwerke müssten hingegen zunächst technisch nachgerüstet werden. Außerdem fordern die Wissenschaftler, dass die Industrie künftig ihre Stromnachfrage stärker an das Angebot anpasst.

So könnte in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren auf neue, teurere Pumpspeicherkraftwerke verzichtet – und die Energiewende weiter vorangetrieben werden.



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