Berlin, den 10. August 2020: Das erste Halbjahr 2020 ist in vielen Belangen ein besonderes – das gilt auch für den Strommarkt. Denn erstmals liegen die Erneuerbaren Energien im EU-weiten Strommix an erster Stelle. Der Rekordanstieg fußt vor allem auf einem guten Angebot von Wind und Sonne sowie dem Corona-bedingt geschrumpften Verbrauch, so berichtet die FAZ am 22. Juli 2020.

Wie die britische Denkfabrik Ember zusammengetragen hat, besteht der EU-Strommix mittlerweile zu 40 Prozent aus Erneuerbaren. Nur noch 34 Prozent dagegen aus konventionell-fossilen Energien, weitere 26 Prozent stammen aus Kernkraftwerken. 21 Prozent machten allein Wind- und Solarenergie aus. Hinzu kommen Wasserkraft mit 13 Prozent und Biomasse mit 6 Prozent. Den größten Rückgang verzeichnete die besonders umweltschädliche Kohle: Rund ein Drittel weniger wurde im ersten Halbjahr verstromt.

Diese Verschiebung resultiert zum einen aus dem starken Angebot von Wind und Sonne: Vor allem der Februar war besonders stürmisch, das zweite Quartal sehr sonnig. Zum anderen ist die Stromnachfrage in der Corona-Krise regelrecht eingebrochen. Auch nach den Lockerungen der letzten Wochen laufen konventionelle Kraftwerke noch nicht wieder mit voller Auslastung.

Immer mehr Kohlekraftwerke werden sogar in Saisonbetrieb überführt, werden also nur noch dann hochgefahren, wenn die Erneuerbaren – etwa im Winter – nicht ausreichend produzieren. Zudem wird deutlich mehr Erdgas verstromt. Das liegt am Preisverfall durch volle Speicher und da das – gegenüber Kohle – emissionsärmere Erdgas bei einem höheren CO2-Preis wettbewerbsfähiger wird. Und dieser Preis ist in 2020 bislang anhaltend hoch.