Berlin, den 21. August 2019: Wie die Tageszeitung Die Welt am 8. August 2019 auf ihrem Online-Portal berichtete, stiegen die Kosten für das Einspeisemanagement im ersten Quartal dieses Jahres auf einen neuen Rekordwert. Grund sind die überlasteten Netze und zu geringe Speichermöglichkeiten für überschüssigen Öko-Strom. In der FAZ vom 13. August 2019 wird eine mögliche Lösung vorgestellt: ein gigantischer Stromspeicher im „Hambacher Loch“.

Weht der Wind kräftig, produzieren die deutschen Windenergieanlagen jede Menge Ökostrom. Doch kommt es mittlerweile immer häufiger dazu, dass die Leitungen die große Strommenge gar nicht aufnehmen und verteilen können. Die Anlagen müssen abgeregelt werden, um die Netzstabilität sicherzustellen. Die Anlagenbetreiber werden dann mit 95 Prozent der entgangenen Einnahmen entschädigt. Allein im ersten Quartal 2019 wurden 3,23 Milliarden Kilowattstunden Windstrom nicht produziert aber bezahlt. Die Entschädigungen beliefen sich auf 364 Millionen Euro, die auf die Netzentgelte umgelegt und so von den Verbrauchern bezahlt werden.

Wie man überschüssigen Strom speichern und dann ins Netz einspeisen könnte, wenn der Wind nicht weht, haben nun zwei pensionierte Physikprofessoren vorgestellt: In der riesigen Grube, die durch den Hambacher Braunkohleabbau entstanden ist, soll eine gigantische Wasserbatterie entstehen. Das Prinzip: Eine Betonkonstruktion in der gefluteten Grube wird mit überschüssigem Wind- und Solarstrom leergepumpt. Wird Strom benötigt, öffnet man die Ventile. Das Wasser dringt wieder in die Konstruktion und treibt durch den hohen Wasserdruck Turbinen und Generatoren an.

Horst Schmidt-Böcking und Gerhard Luther haben ausgerechnet, dass bei einem Zyklus mehr als 270 Gigawattstunden an elektrischer Energie gespeichert werden können. Das entspricht etwa dem Achtfachen dessen, was alle klassischen deutschen Pumpspeicherkraftwerke speichern können. Vergrößerte man die Grube noch einmal, ließe sich die Kapazität entsprechend erhöhen.

Um die Eignung des Konzepts zu belegen, wurde bereits 2016 eine Betonkugel in den Bodensee abgelassen. Die Forscher konnten eine Effizienz der Stromwiedergewinnung von fast 90 Prozent feststellen. Im Vergleich: Das Power-to-Gas-Verfahren erreicht lediglich 30 Prozent.