Der schonende Umgang mit der Umwelt und der Artenschutz spielen in der Diskussion um die Windenergie eine zentrale Rolle. Mit Corona bekommt aber gerade der Fledermausschutz einen Misston.

Der Schutz von Fledermäusen hat für die Kritiker von Windparks eine zentrale Bedeutung, wird doch der Artenschutz gegen den Ausbau der Windenergie vorgebracht.

Misstöne kommen jetzt aber aus einer anderen Richtung: In einem Beitrag für die Wissenschaftsseite der FAZ (Vom Virus böse missbraucht, FAZ vom 4.3.2020) berichtet Juliette Irmer davon, dass Fledertiere (worunter Fledermäuse und Flughunde fallen) als „natürliches Reservoir für viele Krankheitserreger gelten“. Dazu gehöre möglicherweise das Coronavirus, das allen gerade das Leben ein bisschen schwerer macht, nachgewiesenermaßen aber auch Seuchen wie Sars, Ebola und Marburg-Viren.

Im Unterschied zu Menschen leiden Fledertiere aber nicht unter diesen Krankheiten, was mit einer Besonderheit ihres Immunsystems zu tun hat. Das ist nämlich bei Fledertieren quasi ständig auf Alarm gestellt, während das Immunsystem von Säugetieren nur aktiv wird, wenn es gebraucht wird. Wenn es also den Viren gelänge, von Fledertieren auf Säugetiere zu wechseln, dann haben sie vergleichsweise leichtes Spiel dabei, ihre Wirte umzubringen. Das ist zwar nicht in ihrem Überlebensinteresse, aber ist bei Krankheiten nun einmal eine ungewollte Nebenwirkung.

So gesehen, „wollen“ die Viren gar nicht weg von den Fledertieren. Denn nur ein lebender Wirt sichert das Überleben der Art. Trotzdem kommt es – anscheinend vermittelt über Zwischenträger – zu Übertragungen. Wovon beide Seiten nichts haben.

Interessanterweise hat die Verfasserin des Artikels die Nebenwirkung solcher Erkenntnisse wahrgenommen und die Vermutung geäußert, dass Fledermäuse aufgrund ihrer guten Koexistenz mit den bösen Viren an Reputation einbüßen könnten.

Der befragte Fledermausforscher Christian Voigt (Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Berlin) betont dann auch, dass es in Deutschland 25 geschützte Fledermausarten gebe, dass man mit sinkenden Beständen kämpfe und dass es wenig hilfreich sei, wenn Fledermäuse in den Medien als „Virenschleudern verteufelt“ würden. Und: Keine Fledermausart in Deutschland sei mit dem Coronavirus infiziert. Schließlich spielten Fledermäuse im ökologischen System eine wichtige Rolle – was wohl heißen soll, dass man sie jetzt besser nicht zum Abschuss freigeben sollte, nur weil Fledermäuse vielleicht besser mit solchen Seuchen zurechtkommen als Menschen.

Denn Voigt teilt die Meinung anderer Experten, die Irmer zu Wort kommen lässt, die dafür plädieren, den Handel mit lebenden Wildtieren zu unterbinden. Damit würde es Viren schwieriger gemacht, von Fledermäusen über Zwischenwirte auf Menschen zu wechseln. Genannt werden Affen, Schweine, Pferde, Dromedare oder Wildkatzen. Allerdings ist zu bedenken, dass neben Wildtieren auch andere Zwischenwirte denkbar sind, die hier in die Bresche springen könnten. Bei einem steigenden Fledermausbestand könnte das relevant sein. Und dann?

Eben nichts dann. Zwar bleibt die alte Günter Anders-Weisheit gültig, dass der Mensch von Natur aus künstlich ist, was aber, auf den Konflikt zwischen Arten- und Klimaschutz angewendet, nur bedeutet: Menschen müssen sich um beides kümmern, weil sie auf beides angewiesen sind. Das bedeutet aber eben auch, dass sie Risiken in Kauf nehmen müssen, die damit verbunden sind, dass sie in einer Umwelt leben, in der es eben auch Fledertiere geben soll und muss.

 

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